Take your time!

Ich bin ein Fan von fester Terminvereinbarung zwischen Mitarbeitern und dem jeweiligen direkten Vorgesetzten. So können sich beide Parteien zu dem jeweiligen Thema ausreichend vorbereiten und es kommt nichts unverhofftes auf sie zu. Aber kann es sein, dass ich als Mitarbeiter zwei Wochen auf ein persönliches Gespräch warten muss, weil meine Führungskraft zu viele Termine hat?  (Bitte denkt darüber kurz nach, bevor ihr weiter lest!)

Auf der Grundlage meines ersten Beitrags kann ich dies definitiv mit NEIN beantworten! Was kann für eine Führungskraft wichtiger sein, als ihre eigenen Mitarbeiter? Die Antwort lautet: gar nichts. Nur durch den ehrlichen gegenseitigen Austausch können Führungskräfte ihre Aufgabe zufriedenstellend erfüllen. Einen Mitarbeiter, was auch immer sein Anliegen ist, so lange warten zu lassen – das grenzt meiner Meinung nach schon fast an Arbeitsverweigerung! Ich weiß, Führungskräfte haben auch noch eigene Aufgaben zu erfüllen (z.B. Reportings, Teilnahme an Meetings). Aber nehmen wir doch mal die Reportings und Kennzahlen: wie aussagekräftig sind die, wenn die Führungskraft nicht weiß, was in ihrem Team passiert und was ihre Mitarbeiter zur Zeit beschäftigt? Ich kann mich hier nur wiederholen: Die Hauptaufgabe einer Führungskraft ist die Koordination, Motivation und Leitung ihres Teams. Und was auch immer es ist, dass einen Mitarbeiter beschäftigt, ob es eine private Angelegenheit ist (z.B. dass der Partner ins Krankenhaus muss und die Betreuung des Kindes nicht mehr sicher gestellt ist) oder eine finanzielle (dass der Mitarbeiter zum Beispiel eine hohe Nachzahlung an den zuständigen Stromanbieter vornehmen muss) oder eine berufliche (Unzufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen) oder Reibereien unter den Kollegen oder was einen Mitarbeiter sonst noch beschäftigen kann – klärt dies mit euren Mitarbeitern, bevor diese zu abgelenkt sind und vielleicht Fehler machen oder unzufrieden mit der Situation sind. Seht den Mitarbeiter nicht nur als die Person, die er auf der Arbeit ist, sondern nehmt euch die Zeit für seine Probleme und versucht, auch dort Unterstützung anzubieten. Es wird sich alles auf die Arbeit und die Ergebnisse auswirken – positiv wie negativ. Dazu gehört Zeit, die Mitarbeiter zu kennen zu lernen und sicher nicht jeder mied sich euch gleich stark öffnen. Aber es gibt Mitarbeiter, die sehen euch als Führungskraft (d.h. als Person, die dazu fähig ist, Mitarbeiter zu lenken – bitte nicht vergessen!) und vertrauen vielleicht auch in privaten Dingen auf euren Rat und geben viel auf eure Meinung.

 

Also bitte tut euch und euren Mitarbeitern den Gefallen und nehmt euch die Zeit! Ihr werdet es bestimmt nicht bereuen!

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