Warum gibt es eigentlich keine Beurteilungen des Führungsverhaltens?

Habt ihr euch das auch schon mal gefragt? Es gibt Mitarbeiterbeurteilungen durch die jeweiligen Führungskräfte. Und es gibt Beurteilungen der Führungskräfte von deren Vorgesetzten bzw. der Geschäftsleitung direkt. Aber wie wollen die Vorgesetzten denn die Führungsleitung der Führungskräfte bewerten? Das müssten doch eigentlich die eigenen Mitarbeiter tun!

Und, mal Hand auf Herz, hat einer von euch schon mal eine Beurteilung eures Führungsverhaltens von euren Mitarbeitern eingefordert? Das einzige, was mir bis jetzt zu Ohren gekommen ist, ist, dass in einem Mitarbeiterbeurteilungsgespräch die Führungskraft auch nach einer kleinen Rückmeldung zur Zusammenarbeit oder nach Verbesserungsvorschlägen fragt. Aber ist das wirklich ernst gemeint? Oder hofft ihr nur, dass eure Mitarbeiter euch sagen, dass alles in Ordnung ist? Auch, wenn das nur aus der Angst heraus geschieht und nicht ernst gemeint ist?

Jeder meckert mal über seinen Chef, das ist völlig normal. Aber die Mitarbeiter, die das zum Anlass nehmen und ihren Chefs wirklich ehrlich und konstruktiv die Meinung sagen – das ist wohl eher die Ausnahme. Und so ein Feedback macht ja auch Sinn. Wir merken oft gar nicht, was andere an dem eigenen Verhalten stört. Und vielleicht sind es nur kleine Dinge, die wir einfach ändern können, die aber die Stimmung unserer Mitarbeiter und die Zusammenarbeit deutlich verbessern können).

Also:

  • Geht auf eure Mitarbeiter zu und bittet sie um ein ehrliches Feedback! Überlegt euch, ob ihr das in einer Abteilungsbesprechung, in Einzelgesprächen oder anhand von einem Fragebogen machen wollt (ihr wisst, ich halte nicht viel von diesen Bewertungsbögen, aber wenn das für euch der richtige Weg ist, dann macht das bitte, aber vergesst nicht, über die Bewertung mit euren Mitarbeitern zu sprechen).
  • Versucht euch nicht zu rechtfertigen!                                                                                 Für euer Verhalten der Vergangenheit braucht ihr euch nicht zu rechtfertigen. Nehmt die Anmerkungen auf und überlegt euch in Ruhe nach dem Gespräch, welche Punkte ihr davon ändern wollt und könnt.
  • Nehmt dieses Feedback ernst und versucht, die angesprochenen Punkte zu berücksichtigen!                                                                                                                         Gesagt zu bekommen, dass man etwas falsch macht oder besser machen könnte, ist für viele nicht einfach. Falls ihr euch hierbei nicht sicher seid: Besprecht das zu Hause mit eurem Partner oder zieht einen Mitarbeiter der Personalabteilung ins Vertrauen. Wenn ihr mehr Abstand oder eine objektivere und unvoreingenommenere Meinung braucht: zieht einen Coach hinzu. Die haben die notwendigen Werkzeuge, damit ihr die für euch richtige Schlussfolgerung findet.
  • Holt euch regelmäßige Meinungen!                                                                                     Wenn ihr wirklich bereit seid, etwas an eurem Führungsverhalten zu ändern und dafür auch was tut, dann holt euch regelmäßig die Meinungen der Mitarbeiter ein, die bestimmte Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt haben. Nur so könnt ihr sicher gehen, dass eure Bemühungen auch wahrgenommen werden und ihr bekommt eine direkte Rückmeldung, ob die angesprochenen Punkte nun besser funktionieren.

Ich möchte hier nochmal betonen, dass ich weiß, wie schwer es ist, Kritik zu bekommen. Aber nur wenn ihr dieser (und nur der) konstruktiven Kritik offen gegenüber steht und euch davon was annimmt, kann das Verhalten zu euren Mitarbeitern und deren Motivation (da sie sich nicht mehr so viel über euch ärgern müssen) verbessert werden. Das sorgt dann nicht zuletzt auch für ein besseren Teamergebnis und bessere Leistungen des gesamten Teams.

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Eine Antwort auf Warum gibt es eigentlich keine Beurteilungen des Führungsverhaltens?

  1. Hallo, ich grüße die Interessenten zum Thema Führung.
    Wir von pondirigo haben einen etwas anderen Ansatz.
    Im Laufe unseres Lebens bringt uns niemand Führung bei.
    Es gibt zwar schon sehr ausgeprägte „Führungskinder“ , die das dann auch in Ihr späteres Wirken mitnehmen, aber im Großen und Ganzen werden wir von unseren Eltern und Lehrern nach deren Überzeugungen geführt.
    Wie nehmen davon so viel auf -positives wie negatives – dass wir daraus unsere Überzeugung kreieren, diesen einen von uns praktizierten Führungsstil zu wählen ohne uns weiter ein Feedback holen zu wollen.
    Der Mitarbeiter, den wir führen sollen, erlebt uns nur so. …
    Pondirigo zeigt das so offen, dass wir kein Mitarbeiter -Feedback mehr benötigen, denn wir bekommen die Sicht des Mitarbeiters auch ohne Diskussion, Kritik etc. heraus.
    Nun bleibt nur noch, seinen Stil im die gewünschte Richtung zu ändern. ….
    Herzliche Grüße, Cornelia Metz

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